9 Uhr Vormittag – Wir drei (Alissa, Linda und ich) sitzen im Auto und fahren hinauf zum ORF-Studio in Eisenstadt. Fahrzeit von der Fachhochschule aus: 10 Minuten. Nach einer halben Stunde, einer falschen Wegbeschreibung, falscher Google Maps-Navigation und etwas Gefluche sind wir auch schon dort. Wir treffen uns mit dem Kameramann Christian Steiner und einem Kamera-Assistenten, steigen in das Auto und ab geht es nach Frauenkirchen! Dort, treffen wir nämlich unseren Protagonisten: Matthäus Szalay.

Matthäus ist stolzer Spieler der einzigen burgenländischen E-Rolli-Fußballmannschaft „Wild Wheels“ und hat heute ein Spiel in Wien beim Ottobock-Cup – einem Turnier, das drei Tage lang dauert und bei dem Mannschaften aus Österreich, Deutschland und noch einigen anderen Ländern gegeneinander spielen.

Wir treffen uns mit Matthäus in einem Wohnheim, und filmen zuerst in seinem Zimmer und in der Werkstatt, in der er arbeitet, um einen kurzen Überblick zu geben, wie er lebt. Er führt uns auch seinen Rollstuhl vor, ein kleines technisches Wunderwerk: Nicht nur, dass er mit dem Rollstuhl verhältnismäßig schnell (15 km/h) fahren kann, nein, er kann sich mit dem E-Rolli auch „hinlegen“, das heißt, der Rollstuhl fährt von selbst in eine Position, in der er sich entspannen kann, ganz so, als würde er in einem Bett liegen.

Dann der nächste Stopp – der Bahnhof. Es hat mich sehr überrascht, aber Matthäus fährt überall selbst hin und das ohne Begleitperson. Für ihn geht es jetzt nach Wien in die Sporthalle Brigittenau. Wir drehen noch ein paar Szenen am Bahnsteig, setzen uns dann wieder ins Auto und fahren Matthäus nach Wien nach.

Dort drehen wir dann den Hauptteil des Beitrags: Das Turnier. Man muss sich das Ganze so vorstellen: Auf den elektrischen Rollstühlen wird vorne ein Gitter montiert, einerseits zum Schutz des Rollstuhls, andererseits wird mit diesem Gitter der Ball geschossen. Dann spielen jeweils drei Feldspieler und ein Torwart gegeneinander. Die Größe des Spielfelds lässt sich ungefähr mit einem Basketballfeld vergleichen. Gespielt wird zwei Mal 15 Minuten.

Bevor das Spiel losgeht, machen wir in der Halle noch ein Interview mit Matthäus, und dann beginnt auch schon das eigentliche Spiel.

Die „Wild Wheels“ spielen an diesem Tag nur einmal, und zwar gegen die „Power Lions“ aus Deutschland. Leider muss sich die burgenländische Mannschaft mit 0:2 geschlagen geben. Man sieht aber deutlich, dass es allen Spielern sehr viel Spaß macht.

Nach dem Match verabschieden wir uns von allen, steigen wieder ins Auto und machen uns auf den Weg in Richtung Heimat. Es war ein langer Tag, und wir haben viel gesehen, gelernt, waren mit vielen Menschen in Kontakt und sind um einige Erfahrungen reichen geworden. Erfahrungen, die wohl niemand von uns missen möchte.

Ein Gastbeitrag von Lukas Fürsatz.